Heidesandkekse

Heidesandkekse sind für mich der Inbegriff von Zuhause. Das mag damit zusammenhängen, dass sie so heißen wie eine Mischung aus dem Vornamen meiner Mutter und meinem halben Nachnamen.

Diese Kekse hat immer- mal wieder- mein Vater gebacken. Es waren und sind die einzigen Kekse, die von ihm gebacken werden, er hat sich nie an Weihnachts-oder Osterplätzchen beteiligt, aber umgekehrt hat auch meine Mutter nie Heidesandkekse gebacken. Je nach seiner Back-Laune gab es die auch selten zu “einem Anlass” sondern eher als Überraschung zwischendurch. Aber WAS für eine Überrraschung. Sie sind so herrlich buttrig-sandig-salzig-knusprig, einfach die idealen Kekse. Und wenn mein Papa den Teig vorab naschte dann tat er das immer mit der Begründung, er müsse ja schließlich mehrfach testen, ob genug Salz daran wäre. Heute weiß ich genau, warum er so oft kosten musste.

Heidesandkekse sind einfach und doch wieder nicht, denn man braucht ein bisschen Zeit und Planung für sie. Die Butter muss langsam gebräunt werden, bis sie richtig nach Butter duftet. Tut man das zu schnell, wird sie schwarz, oder zu wenig dann ist das Ergebnis weniger befriedigend. Dann muss die geschmolzene Butter abkühlen und fest werden und dann schlägt man sie schaumig. Diesen Punkt habe ich immer viel zu nachlässig behandelt. Inzwischen weiß ich, dass schaumig geschlagene Butter fast so hell ist wie Schlagobers (Sahne) und auch eine ebenso fluffige Konsistenz hat. Und die sahnig-geschlagene gebräunte Butter verhält sich auch so. Nachdem der Teig fertig ist, wird er nochmals gekühlt, weil sich die Kekse sonst nicht schneiden lassen- meine Kinder sind regelmäßig frustriert, wenn ich versuche, sie an dem Prozess zu beteiligen, denn es sind keine Ausstechkekse. Also nach fast einem ganzen Tag aus werkeln und warten kommt man dann schließlich zum ersehnten Ergebnis und es ist wie immer köstlich. (Und völlig ohne Schokolade- also auch für meine Fastenzeit geeignet, was- ich gebe es zu- ein bisschen gemogelt ist.) Zum Glück ist der Teig recht flexibel und die kühl-Zeiten lassen sich recht beliebig einplanen. Zwischen 1 Stunde und 2 Tagen ist alles möglich.

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Ein Kinderrock aus Stoffresten

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