Küchenschrank-Schnecken
Der Februar ist nun schon ziemlich alt und ich nutze ihn um zu fasten. Irgendwann in meinen Teenage- Jahren habe ich begonnen, das Fasten vor Ostern ernst zu nehmen und tatsächlich habe ich es (mit Unterbrechungen) bis jetzt fortgesetzt. Die “Befreiung” zu Ostern war einfach ein so großartiges Gefühl, dass ich mich gerne vorher in Beherrschung geübt habe. Die Annehmlichkeiten und Selbstverständlichkeiten unseres Lebens zu schätzen lerne ich besser, wenn ich mich Ihrer (künstlich) entsage. Wir hatten nach dem Hochwasser 3 Monate lang, bis zum 19.12. keine Heizung und also auch kein warmes Wasser. Die Erleichterung zu Weihnachten war einfach genial. Und warmes Wasser aus der Leitung ist eine echte Wohltat, welch ein Luxus!
Wie dem auch sei, dieses Jahr ist Ostern extrem spät und obwohl der kirchliche Brauch natürlich das Fasten vor Ostern tradiert, habe ich beschlossen, den ohnehin schon grauen Februar und Teile des März zum Fasten zu nutzen. Ich habe Ende März Geburtstag, also ist ein “Befreiungsfest” auch gegeben. Hier bin ich nun also mitten in 6 Wochen Selbstbeherrschung, umgeben von Faschingskrapfen. Nachdem ich es ganz ohne Süßigkeiten die ganze Zeit ohnehin nicht aushalte (Schokolade ist verboten- zu Anderem greife ich ohnehin höchst selten) kann ich auch gleich die angefangene Hefe im Kühlschrank verbrauchen und dann mal meine Küche befragen, was sich damit alles anstellen lässt. Das gehört irgendwie auch zum Fasten: Die Speisekammer und den Küchenschrank, sowie die Tiefkühltruhe von all ihren unendlichen Resten befreien und Platz für ein neues Gartenjahr schaffen. So ist dieses Rezept entstanden. Inspiriert hat mich eine Reise nach Schweden im Herbst und ein Podcast über Insulin- deswegen ist diese Variante mit Vollkornmehl. Schließlich darf es trotz Sünde ein bisschen gesund sein. In Schweden wiederum kommt man an den allgegenwärtigen, phantastischen Zimtschnecken nicht vorbei. Diese hier sind ebenso phantastisch, wollen aber ganz frisch aufgegessen (oder tiefgekühlt) werden.
Nachdem ich den Teig gesüßt hatte (wenn man den Zucker weglässt kann man ihn auch herzhaft füllen- für andere Reste), habe ich mich auf die Suche in meinen Schubladen gemacht: Einige eingetrocknete Backpflaumen (getrocknete Zwetschgen), ein trockener Rest Erdnussmus, sowie eine halbe Handvoll Erdnüsse, eine Marmelade, die nicht richtig geliert hat und deswegen aus Beeren mit Sauce besteht, die niemand essen mag. Wunderbar. All dies habe ich zu 3 Füllungen verarbeitet, wie im Rezept unten beschrieben. Den Möglichkeiten sind hier (fast) keine Grenzen gesetzt. Es eignen sich gut alle Sorten Trockenfrüchte und Muse und natürlich alle Nusscremen. Aus gemahlenen Nüssen lassen sich mit Milch und Zucker herrliche Pasten herstellen, Marzipan und Schokolade funktionieren hervorragend. Rosinen, Butter und Zucker sind auch eine gute Kombi. Weniger zum Aufbrauchen als zum Schlemmen wäre Karamell und der Klassiker ist natürlich Zimtzucker (und Butter). Meine Variante soll euch inspirieren in euren Küchenschrank zu schauen und das kleine Packerl mit dem Gummiringerl hervor zu kramen und zu schauen, wie man es in eine Schnecke packen könnte. Meine wurden hervorragend, alle- Mann, Kinder und Kindergärnterin- haben sich drauf gestürtzt, sodass ich keine Sorge haben muss, dass sie morgen womöglich nicht mehr ganz so himmlisch sein könnten.