Ein neuer Bezug für den Klavierhocker
Unser Klavier ist ein echter Glückstreffer. Ich bin in einem Zuhause mit ständiger Klavierbegleitung aufgewachsen, da mein Vater Berufsmusiker ist. Nachdem ich dann in mein -hoffentlich- finales Zuhause mit der eigenen Familie gezogen bin, habe ich den Wunsch nach einem Klavier ans Universum geschickt. Denn, wo ein Klavier ist, ist man zuhause. Das Universum hat prompt in Gestalt eines umziehenden lieben Freundes reagiert, der das Klavier seines Großvaters aus diesem Grunde loswerden wollte, und so hat es bei uns ein neues Zuhause- und wir mit ihm ein Zuhause- gefunden. Den Hocker habe ich dann auf “Willhaben” gekauft und er kam etwas unscheinbar braun bezogen, was nicht weiter störte. Bei der Stoffprobe meiner Vorhänge habe ich den rötlichen zufällig dort abgelegt- und war von da an überzeugt, dass dieser Hocker einen neuen Bezug aus genau dem Stoff haben muss.
Ich habe den Stoff mit der rechten Seite nach unten aufgelegt und dann die Ecken mit Stecknadeln abgesteckt, sodass der Hocker “Flügelohren” bekam. Dann habe ich den Stoff so abgeschnitten, dass der Bezug rundherum gleich lang sein wird. (Da ich nur eine begrenzte Breite zur Verfügung hatte ergab sich das von selber, sonst muss man festlegen, wie weit der Bezug nach unten reichen soll.) Dann habe ich die Ecken entlang oder leicht innerhalb (der Bezug soll ja straff sitzen) abgesteppt, und die “Flügelohren” abgeschnitten. Dann habe ich alle offenen Stoffränder versäubert und die untere Kante einmal rundum eingeschlagen und abgesteppt. Insgesamt hat es keine halbe Stunde gedauert- dafür hatte mein Klavierhocker 4 Wochen “Flügelohren” weil ich ihn angsterfüllt vor der “Mammutaufgabe” anstarrte. Was lerne ich daraus: Angst lohnt sich nur ganz selten und auf meinen neuen “Thron bin ich wirklich stolz!