Ein Plädoyer für die Kleinstadt
Ich bin wohl eher ein Land-Ei, auch wenn ich das Kulturangebot einer Großstadt sehr zu schätzen weiß. Das Tempo in meinem Garten ist mir jedenfalls lieber als das auf der Rolltreppe in der U-Bahn. Auf Reisen bin ich immer wieder überrascht, dass es mich wieder aufs Land oder zumindest in die Kleinstadt zieht und nicht in die großen Metropolen. Ich möchte euch hier zwei besonders hübsche Kleinstädte zeigen, auf die ich diesen Sommer gestoßen bin. Die Erste ist in Deutschland, wo ich die großen Städte häufig, aufgrund der Zerstörung des alten Stadtkerns im 2. Weltkrieg, nicht sehr anziehend finde. Nach dem Krieg wurde vor allem schnell und nicht immer schön wieder aufgebaut und alles was moderner ist, wirkt für mich eher wie ein Fleckerlteppich als wie ein einheitliches Stadtbild. Vielleicht muss das so sein, denn bei vielen Menschen auf einem Haufen entwickelt sich Vieles einfach schnell weiter. Und wer bin ich, über das Tempo europäischer Großstädte zu klagen, das bestimmt andernorts auf der Welt noch deutlich höher ist.
Dafür gibt es im ehemaligen “Zonen-Rand-Gebiet” wahre Juwelen der Kleinstadt-Architektur. So zum Beispiel rund um den Harz, ein deutsches Mittelgebirge, das in Österreich (zurecht) niemand kennt. Dort liegt Bad Sooden-Allendorf an der Werra. Und schaut doch mal, wie schön es dort ist!
Die andere Kleinstadt ist Haarlem bei Amsterdam in den Niederlanden. Nachdem ich letzteres durchwandert habe, habe ich beschlossen, bei ersterem zu bleiben. Es ist Fußgänger und Fahrrad-freundlich (wie fast alles in den Niederlanden), hat eine wunderhübsche Altstadt, viele kleine Geschäfte, die zu keiner großen Kette gehören und ist umgeben von herrlicher Natur. Herz des nicht-Autofahrers, was willst du mehr?