Eingelegte Melanzani
Hatte ich schon erwähnt, dass ich sehr heikel bin, was eingelegtes Gemüse betrifft? Also im Vergleich zu meinem Mann immer noch ein Allesfresser, aber insegsamt eher wählerisch. Es muss schmecken, es muss sich gut herstellen lassen und sich gut halten und nach Möglichkeit wenig Zucker enthalten. Vieles wird in Essig eingelegt oder milchsauer vergoren. Ersteres isst mein Mann nicht- mit Essiggurkerl kann man ihn jagen- und letzteres misslingt mir leider immer wieder. Ab und zu wollen die natürlichen Hefen aus der Luft einfach nicht in mein Kraut oder meinen Sauerteig fliegen und so wird das Ganze schlecht, fängt an zu schimmeln oder riecht komisch. Naja, da werde ich wohl noch üben müssen. Dieses Rezept jedenfalls ist wundervoll! Eine Freundin animierte mich neulich, es unbedingt zu posten.
Wie schon erwähnt ist mir dieses Jahr zum ersten Mal eine ansehnliche Melanzani-Ernte gelungen. Nachdem der Wetterdienst allerdings einen Temperatursturz und Orkan ankündigte habe ich die Notbremse gezogen und alles, was nicht komplett sinnlos war geerntet, ausgeschnitten und verarbeitet. Nun sitze ich bei 8 Grad Außentemperatur (vor 3 Tagen waren es noch 33 Grad) und Hochwasserwarnung mit nassem Keller in meinem Häuschen und übe mich im stillhalten. Dieses Rezept erinnert jedenfalls an sonnigere Tage. Die eingelegte Melanzani hat mich wirklich überzeugt- sie schmeckt wie immer zu allem, speziell gut fand ich es, sie auf Kartoffelpuffer oder Palatschinken (Crepes, Flädle, Eierkuchen etc.) zu häufen und dann mit etwas Ziegenkäse oder Sauerrahm zu garnieren. Mmmmh! Das Wichtigste bei der Zubereitung von Melanzani ist meiner Erfahrung nach die Dauer der Brat-Zeit. Melanzani muss einfach vollständig weich und “durch” sein. Sosehr ich bissfestes Gemüse liebe (mein Mann weiß ein Lied von “knusprigen” Zwiebeln in Tomatensauce zu singen) so wenig bekommt es der Melanzani. Sie will “von Natur aus” cremig schmelzen und schmiegt sich dann an alle möglichen Eiweiß-Quellen gekonnt an. Besonders schätze ich sie neben porchiertem Ei auch mit Thunfischcreme oder einer Tahin-Sauce und Bratkartoffeln. Ach ja, es ist September und obwohl ich eher ein Mensch für kalte Jahreszeiten bin, hätte uns der Herbst nicht mit 6 Tagen Orkan und Überflutung begrüßen müssen, finde ich. Schert ihn wieder nicht. Aber mit der Melanzani hole ich mir den Sommer zurück auf den Teller.