Herbstliche Tischdekoration
Der Herbst ist eine wundervolle Jahreszeit. Schon Puschkin - der alte russische Dichter, mit dem ich studienbedingt einige Zeit verbracht habe - hatte ihn als Lieblingssaison und hat ihm mehrere Gedichte gewidmet. Wie schon in meinem Blog über Minimalismus geschildert, bin ich - glaube ich - eher sparsam mit Dekoration. Das Leben ist schon laut genug, es muss mir nicht noch von allen Seiten entgegen brüllen. Und leider tun das viele Dekorationsartikel. Meist schreien sie die Jahreszeit vor sich hin und sind dann doch nur abzustauben, auf- und ab zu bauen und zu arrangieren. Das heißt aber nicht, dass ich es nicht genieße, mit der entsprechenden Jahreszeit zu leben. Ich liebe es, mit meinen Kindern Kastanien zu sammeln und zu basteln, Kürbisse zu arrangieren oder einen Kranz zu winden. Ich lege aber großen Wert darauf, dass (fast) alles was da so Saisonbedingt in mein Haus kommt kostenlos in der Natur zu finden ist und nachher auch wieder dort verschwindet. Sei es in der Form von Schneckenhäusern, schönen Steinen, oder auf dem Biomüll- wie all meine Blumen aus dem Garten, Kastanien, schöne Zweige oder die weihnachtliche Tanne. Das muss zwar auch auf und ab gebaut werden, hat aber den Vorteil, dass ich all das weder putzen noch verstauen muss und die Herstellung mir Spaß macht und mir eine Aktion mit meinen Kindern verschafft.
Neulich habe ich jedenfalls in einem wunderschönen Beitrag gesehen, wie jemand Obst mit Blumen arrangierte. Ich weiß, das ist keine neue Erfindung, das konnten schon die alten niederländischen Maler auf ihren Gemälden, aber man denkt nicht dran. Also ich jedenfalls nicht. Und zudem fand ich die Methode noch doof, die darin bestand das jeweilige Obst auf zu spießen und damit für späteren Verzehr unbrauchbar zu machen. So “verschwenderisch” mag ich nicht sein, zumal die Lösung sehr naheliegend ist: Man nehme eine entsprechend breite Schale. Den Trick sie mit Hasendraht auszukleiden, damit die Stiele der Blumen nicht umfallen kann man ja ohnehin befolgen, warum also nicht niedrige Blumen verwenden, die mich mein Gegenüber bei Tisch auch viel besser sehen lassen, und die Früchte direkt hinein legen? Das hat dieses Mal sehr gut funktioniert, und da ich auch sonst mich “kulinarisch” orientieren wollte, habe ich die Lücken mit allerlei Kräutern gefüllt, was auch noch zu einem wunderbaren Dufterlebnis geführt hat. Und am Ende der Lebenszeit kann ich die Äpfel essen und den Rest kompostieren. Mission erfüllt.
Da übrigens Cosmeen sehr viel kürzer halten als zum Beispiel Rosmarin- oder auch unversehrte Äpfel - kann man die, Hühnerdraht sei Dank, auch einzeln austauschen, ohne das ganze Arrangement erneuern zu müssen. Weintrauben und Birnen locken mir zu viele Fruchtfliegen an, so lukullisch sie auch sein mögen. Ein hübsches Tischtuch, eine Flasche Wein, ein frisches Brot und fertig ist mein Herbst-Tisch. Und entwas später kommen dann all die kleine Kürbisse drauf, die nur darauf warten geerntet zu werden.