Rezepte mit Holunder
Holundercreme- oder Fliedersuppe
Erstaunlicherweise heißt das wichtigste Rezept heute bei uns “Fliedersuppe”. Der Name täuscht, denn mit Flieder hat dieses Dessert nun wirklich gar nichts zu tun, sondern mit Holunder. Erstaunlicherweise heißt sie aber bei uns trotzdem so und gehört für mich zum Frühling, wie Punsch zu Weihnachten.
Die duftenden Dolden des Holunderstrauches zu Sirup zu verarbeiten ist ziemlich weit verbreitet, speziell bei Omas. Mein Papa hat eine andere Variante: Bei uns gab es den Holunder als Suppe. Das Rezept hänge ich euch unten an, es besteht aber im Grunde einfach aus einem sehr starken Holundertee (aus den frischen Blüten), der mit Milch oder Sahne- sehr dekadent- gemischt und dann mit Vanillepuddingpulver und Zucker (oder entsprechenden Anteilen Stärkemehl, Vanille und Zucker) zu eben “Fliedersuppe” verarbeitet wird. Besonders köstlich schmeckt sie gekühlt mit meiner Granola oder mit frischen Beeren. Als Kinder haben wir Zwieback hinein gebröckelt und sie passt natürlich zu allem, was sonst Vanillesauce verträgt- Buchteln wie Apfelstrudel, Germknödel und rote Grütze gleichermaßen. Und wer sie außerhalb der Saison genießen möchte, friert eine Portion Tee ein.
Lustigerweise hat mein Papa sie immer in relativ flache Schälchen gegossen, was bei mir als Kind den “Iiiih- Pudding mit Haut!”-Effekt verstärkt hervorgerufen hat. Daher bin ich als Erwachsene, die selbst bestimmen darf, woraus sie ihre Suppe löffelt, dazu übergegangen, sie in Marmeladengläser zu füllen. Die Oberfläche ist ungleich kleiner und dafür ist es eine wunderbare, portable Nachspeise für z.B. ein Picknick oder auch das Mittagessen im Büro. (Die Granola nehme ich dann extra mit, damit sie knusprig bleibt.)
Das zweite Rezept, dass ich euch gerne mitgeben möchte, ist das für Holunder Limonade.
Ich war sooo skeptisch zu Beginn, denn- Hilfe- hier wird mit Bakterien experimentiert. Nach sehr erfolgreichen Versuchen über die letzten Jahre habe ich die Menge nun gesteigert und trinke sie begeistert. (Als Schwangere würde ich es aber vielleicht noch immer nicht riskieren, bitte gut recherchieren!)
Die natürlichen Hefe-Bakterien auf den Holunderblüten sorgen in der Limonade dafür, dass sie ganz von selbst zu sprudeln beginnt. Nach einem langen, sonnigen Arbeitstag im Garten gibt es nichts Besseres als ein Glas gekühlte Holunder- Limonade. Und - danke liebe Bakterien - sie ist ein echtes Probiotikum, das auf den selben Prizipien beruht wie Sauerteig, und daher sehr gesund für unseren Darm ist. Na gut, der enthaltene Zucker ist vielleicht weniger toll, aber dieses Getränk muss man einfach probiert haben! Wichtig sind dabei vor allem Flaschen, die luftdicht und wirklich fest schließen, sonst hat man ziemliche Sauerei im Keller.