Weihnachten einpacken

Wer kennt ihn nicht- den Weihnachtstrubel. Und nein, ich habe mich nicht im Monat geirrt. Früher (viel früher) wurde die Weihnachtskrippe am 24.12. aufgebaut und zu Mariä Lichtmess abgebaut. Und auch wir haben, der Kinder und des allgemeinen Stresses wegen, den Weihnachtsbaum dieses Jahr länger stehen lassen, als bis zum Dreikönigstag am 6.1. Das Phänomen Weihnachten ist für mich jedes Jahr wieder erstaunlich. Der Zauber der Kinder, der Wahnsinn all dessen, was irgendwie mit Konsum zu tun hat (also fast alles), der Trubel vorher und dann die etwas plötzliche Leere, die der Januar bietet. Die Zweige am Weihnachtsbaum fangen an zu hängen, den letzten Satz Kerzen traut man sich nicht mehr abbrennen und die Äpfelchen am Adventskranz sind verschrumpelt. Und dann packt einen der Aufräum-Wahn, oder eben auch nicht. Januar- die Zeit des Ausmistens, des Neustarts, der guten Vorsätze…. tja. Meine Orangenscheiben durften bis jetzt an meinem Küchenfenster hängen und die Lichterkette aus dem Garten habe ich auch gerade erst herein geholt. Warum nicht? Schließlich ist es noch immer dunkel draußen und ich freue mich über etwas Licht im Garten und etwas warmes, Süßes in der Küche- daher auch die Rezepte unten.

Hier in Österreich wird die Januar-Leere durch eine der, wie ich finde, schönsten Traditionen zur Faschingszeit gefüllt: Der Ballsaison. Gemäß dem Neujahrskonzert tanzt und hüpft man leicht Champagner-torkelig durch prächtige Sääle alter Schlösser, staubt den Smoking, das Ballkleid, oder- wer hat- den Frack ab. Die Vorfreude macht, wie immer, den größten Teil aus und wenn ich dank Internet über den Tellerrand schaue, dann bemerke ich, wie speziell diese Tradition ist- und wie universell, denn jeder kann Bälle besuchen, es ist kein Club und kein Verein dafür notwendig.

Also in dieser wundervollen Zeit aus klirrender Kälte vor dem Fenster, beschlagenen Schlossfenstern in der rauschenden Ballnacht, und ja- viel Arbeit im neuen Jahr- befinden wir uns gerade. Und weil ich zu Weihnachten selbst in meiner Küche beschäftigt war und auch unbedingt die Reaktion meiner Lieben auf einige Rezepte abwarten wollte bekommt ihr hier einige Weihnachtsrezepte nachgereicht. Wer sagt denn, dass es weihnachtliche Rumkugeln sein müssen- es könnten ja schließlich auch österliche Rum-Ostereier werden, oder?

Hier also Rezepte, um die mich meine Lieben immer wieder bitten. 2 davon sind vegan, was speziell mein Bruderherz freuen wird. Disclaimer: Das ursprüngliche Rezept der Rumkugeln stammt von einem befreundeten (mittlerweile verstorbenen) Paar meiner Eltern- ein posthumer herzlicher Dank an dieser Stelle, eure Rumkugeln werden uns begleiten und sind einfach die besten. Die Mandelsplitter (Bild s.o.) habe ich aus einem “Hausfrauenheft” bei meiner Tante vor ??? Jahren geklaut (die Seite habe ich ausgerissen- aber ich glaube, es war ok). Sollte sich der/die ErfinderIn des Rezeptes behelligt fühlen sei ihm/ihr hiermit herzlich gedankt. Es ist die Sorte Süßigkeit, die wir alle am meisten lieben. Das Rezept ist für eine ziemlich große Menge, aber es war noch nie ein Problem sie auf zu essen.

Zurück
Zurück

Küchenschrank-Schnecken

Weiter
Weiter

Der Garten im Herbst