Meine (gesunde?) Granola
Ein kindertaugliches Frühstück zu finden ist gar nicht so einfach: Es soll bitte gesund sein, satt machen, schnell gehen und schmecken. Hm. Meine Kinder würden mich jetzt vermutlich mit großen Augen anschauen und sagen: “Aber Mama, wir mögen doch immer Semmerl mit Schokocreme.” Das erfüllt nur leider nur 2 von 4 meiner Kriterien…
Worauf wir uns halbwegs einigen können ist Müsli. Mit oder ohne Obst, mit oder ohne Rosinen (hier gehen die Meinungen bei uns weit auseinander) mit Joghurt oder Milch. Bleibt das letzt Problem des “Belages”. Während mein Mann es knusprig mag mit groben Haferflocken und Kernen bin ich mehr auf der “Feinblatt- Linie”. Aber knuspern soll es bitte auch. In allen gekauften Flocken, Cornflakes, Snips, Chocos, Granola etc. ist sooo viel Zucker… und weil sie dann entsprechend schnell gegessen werden, sind sie auch ziemlich teuer. Daher bin ich irgendwann dazu übergegangen mir mein Müsli selbst zu machen. Die Basis bleiben die feinen Haferflocken, aber oben drauf kommt meine eigene Granola.
Wie immer bei mir, ist das eher kreativ als genau.
Also ich starte mit Zucker. Da ist natürlich dem Mehr oder Weniger keine Grenze gesetzt. In ganz “gesunden” Zeiten habe ich es ohne Zucker gemacht, was auch wunderbar funktioniert, aber ein bisschen Süße hat sich dann doch wieder eingeschlichen. Fett ist jedenfalls keines notwendig. Wahrscheinlich kann man auch gut mit Honig oder Ahornsirup experimentieren, aber dann würde ich zuerst die Körner rösten und dann erst die Süße hinzufügen. Von braunem Zucker würde ich abraten, da er viel mehr Molasse enthält und sich deswegen beim Karamellisieren anders verhält (anbrennt).
Dann schichte ich die Körner auf. Da ich zu faul bin, Nüsse zu hacken (es sei denn, es findet sich Nussbruch zu kaufen) nehme ich Samen, die ohnehin schon klein sind. Große Nüsse sind mir nämlich zu groß im Müsli. Also meistens starte ich mit Sonnenblumenkernen und Leinsamen. In dem Fall habe ich mit Nussbruch weiter gemacht, aber natürlich sind da wieder der Kreativität keine Grenzen gesetzt (Kakaonibs, Kokosraspel, Kürbiskerne, Pinienkerne, eine spezielle Nuss-Sorte etc.) Da wir einen recht hohen Verbrauch haben füge ich auch immer einige (günstige) grobe Flocken hinzu.
Und dann kommt der spannende Moment des Zucker-Schmelzens. Hier lohnt es sich wirklich, den eigenen Herd kennen zu lernen- und auch die eigene Pfanne. Soblad die Samen zu knacken anfangen muss man jedenfalls brav rühren, damit nichts anbrennt, sondern schön goldbraun wird.
Ich füge dann gerne eine Prise Salz und die nordafrikanische Gewürzmischung Ras El Hanout hinzu. Aber natürlich sind auch Klassiker wie Zimt, Nelken, Muskat oder Vanille nicht zu verachten. Spätestens dann heißt es jedoch ausgiebig rühren, denn Gewürze sollen nicht anbrennen. Tja, und dann ist es auch schon fertig. Goldbraun und duftend wartet es nur noch auf frisches Obst und Joghurt. Ich bewahre meines in einem großen Bügelglas, denn das sieht auch noch schön aus. Auf jeden Fall sollte man es erst vollständig abkühlen lassen, bevor man es in einen geschlossenen Behälter füllt, weil sonst die Knusprigkeit durch den Rest-Dampf verloren geht.
Falls ihr euch ohne Mengenangaben gar nicht wohl fühlt: Zucker nach Geschmack (und dem eurer Kinder), Sonnenblumenkerne waren es bei mir 250g, 100g Leinsamen, 250g Nussbruch, 100g Basismüsli (Flocken), ca. 2 TL Gewürz. Nachdem jedes Körnchen auf dem Boden der Pfanne mal ankommen sollte hängt es auch von eurer Pfanne ab, wieviel hinein passt. Frohes Experimentieren!!