Zweierlei Marillenkuchen

Mein Mann liebt Marillen. Und zwar in jeder Form. Speziell natürlich die allseits beliebte Marillenmarmelade, aber natürlich auch Marillenknödel- die “echten” mit Kartoffelteig, Marillenkuchen etc. Ich konnte ihn hindern 4 (!) Marillenbäume in den Garten zu pflanzen, aber 2 sind es dennoch geworden. Wobei wir einen schon wieder ersetzen mussten, der das erste Jahr bei uns nicht überlebt hat. Nur die Stärksten kommen durch. Allerdings sind unsere Bäume noch so jung, dass sie gerade mal einige Früchte zum Kosten tragen und die große Ernte müssen wir nach wie vor beim Bauern kaufen. Dabei fällt mir immer wieder auf, wie unterschiedlich Marillen sind! Die Größe variiert von Tischtennis- bis fast Tennis-Ball. Und ähnlich ist es auch mit dem Geschmack. Unsere “Klosterneuburger” ist der “ungarischen Besten” sehr ähnlich, an die Namen der gekauften kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern, aber eine war riiieesig und eher säuerlich, dafür für Marmelade hervorragend geeignet. Der zweite Einkauf war eine deutlich kleinere Sorte, die sich für Knödel besser eignet und die deutlich weicher und saftiger war. War- denn sie ist inzwischen in zwei Kuchen gelandet, die ich euch hier vorstellen möchte.

Marillen-Heidelbeer Wähe mit Streuseln

Wähe (sprich Waie) ist ein schweizer Nationalgericht. Sie ist der französischen Quiche sehr ähnllich und wird süß und salzig in allen möglichen Varianten belegt. Diese hier ist meine Erfindung, weil Heidelbeeren und Marillen zugleich reif sind und sich kulinarisch besonders gut verstehen. Streusel habe ich hinzugefügt, weil… naja Streusel eben. Wer mag sie nicht???

Freut euch auf ein wuderbar saftiges Frucht-Aroma mit Knusper On Top.

Meine Nr. 2 beruht auf einem Irrtum meines Vaters als Kind. Schon wieder so eine kulinarische Prägung. Er wollte für seine Mutter (also meine Grosemi) Zwetschgenkuchen backen und im Rezeptbuch wurde für den Teig auf ein “Grundrezept” verwiesen. Gemeint war wohl Mürbeteig (warum, entzieht sich meiner Kenntnis), gemacht hat er damals jedenfalls Rührteig und ihn mit vielen Zwetschgen bestückt, was zu einem bazigen, buttrig-teigigem Marmelade-Erlebnis verschmolz. Ich habe ihn diesmal mit Marillen belegt und weniger Früchte verwendet, da ich den Teig schon als Kind (und jetzt meine Kinder) so liebte. Später habe ich bemerkt, dass der österreichische “Marillen-Fleck” dieser Köstlichkeit sehr ähnlich ist. Heraus kommt auf alle Fälle ein wunderbar süßer Kuchen mit “Marmelade” um die Früchte und buttrigem Teig dazwischen. Jedenfalls sofern man sich an die allzeit gültige Anweisung meines Vaters “dick Zucker drauf, Butterflöcken, Salz und nochmal Zucker drauf.” hält.

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Kräuterwürfel